BEGRIFFSERKLÄRUNG

Begriffe (alphabetisch geordnet):

Absinken:

Aufgrund von großskaligen synoptischen Prozessen initiierte Bewegungskomponente einer Luftmasse nach unten, wodurch Wolkenauflösung herbeigeführt wird. Tritt häufig auf einer Trogrückseite auf (Gegenteil: Hebung)

Cut Off:

Austropfungsprozess eines Höhentiefs aus einem Höhentrog (siehe auch Höhentrogbeschreibung)

Dynamischer Antrieb:

Heben oder Absenken von Luftpaketen (Stauchen oder Strecken von Luftsäulen) durch Annäherung von zyklonalen oder antizyklonalen Luftdruckgebilden (zum Beispiel Höhentrog oder Höhenkeil)

Frontogenese:

Verstärkung bzw. Entwicklung einer Front bzw. eines räumlichen Temperaturgegensatzes (Gegenteil: Frontolyse)

Hebung:

Aufgrund von großskaligen synoptischen Prozessen initiierte Bewegungskomponente einer Luftmasse nach oben. Durch die dabei entstehende Abkühlung wird Wolkenentstehung und ggf. auch Niederschlagsbildung ausgelöst. Tritt häufig auf einer Trogvorderseite auf. (Gegenteil: Absinken)

Höhentrog:

Luftdruckgebilde in höheren Luftschichten der Troposphäre, welches mit, im Verhältnis zur Umgebung kälterer Luft angefüllt und mit einer niedrigeren Lage der Luftdruckflächen (Geopotenziale) verbunden ist.

Höhenkeil:

Luftdruckgebilde in höheren Luftschichten der Troposphäre, welches mit, im Verhältnis zur Umgebung wärmerer Luft angefüllt und mit einer höheren Lage der Luftdruckflächen (Geopotenziale) verbunden ist.

Konvektiver Niederschlag:

Schauer- oder Gewitterniederschläge, die relativ kleine Gebiete betreffen. Der konvektive Niederschlag variiert stark von Ort zu Ort bzw. im Zeitverlauf.

Kurzwellentrog:

Wellental geringer Amplitude innerhalb einer mäandrierenden (West-Ost-) Strömung in mittleren Breiten. Meist relativ rasch nach Osten vorankommend.

Labile/stabile Luftmasse:

Ob eine Luftmasse labil oder stabil ist, hängt von der vertikalen Schichtung der Lufttemperatur und der vorhandenen Feuchte ab. Eine betrachtete Luftmasse kann, aufgrund der unterschiedlichen Temperaturgradienten in trockener und in feuchter (Wolken-) Luft, zugleich trockenstabil und feuchtlabil sein.

Beträgt der feuchtadiabatische (adiabatisch heißt: ohne Wärmezufuhr oder -abfluss) Temperaturgradient einer Luftmasse mehr als 0,4 Kelvin pro 100 Meter Höhenänderung, so ist sie feuchtlabil geschichtet. Liegt der trockenadiabatische Temperaturgradient zugleich unter einem Kelvin pro 100 Meter Höhenänderung, so ist dieselbe Luftmasse trockenstabil geschichtet.

Erst wenn die trockenadiabatische Temperaturabnahme mit zunehmender Höhe den Temperaturgradienten von einem Kelvin pro 100 Meter Höhenänderung überschreitet, ist die Luftmasse trockenlabil geschichtet.

Bei indifferenter Schichtung (z.B. nahe der Adiabaten oder bei einer schwachen Inversion) kann sich durch nur geringen äußeren Einfluss rasch Labilität oder Stabilität einstellen.

Langwellentrog:

Wellental großer Amplitude innerhalb einer mäandrierenden (West-Ost-)Strömung in mittleren Breiten. Meist nur langsam nach Osten vorankommend oder quasistationär mit Neigung zum Cut-Off-Prozess

Okklusion:

Einholen der Warm- durch die Kaltfront innerhalb eines Tiefdruckgebietes, wobei die relativ warme Luft in die Höhe gehoben wird

Skaliger Niederschlag:

Relativ große Flächen überdeckender, relativ gleichmäßiger Niederschlag (kein Schauerereignis)

Synoptische Lage:

Zusammenschau der verschiedenen Wetterelemente am Boden und in verschiedenen Höhen (Luftdruckflächen) zu einem bestimmten Zeitpunkt

Tiefdruckrinne:

Langgestreckte und schmale Zone relativ niedrigen Luftdrucks zwischen Hochdruckgebieten, in der sich häufig eine Luftmassengrenze (Frontogenese) befindet

Wellen:

In der Meteorologie ist der Wellenbegriff an Bodenfronten (bzw. Luftmassengrenzen) und Höhentröge gebunden.

Eine Welle kann am Boden entstehen, wenn eine Wetterfront (zumeist Kaltfront) von einer parallel zur Verlagerungsrichtung der Front existierenden Höhenströmung überlagert wird, wobei die ursprünglich zu verdrängende Luftmasse an verschiedenen Frontabschnitten in die Gegenrichtung drängt (Die Front wird in diesen Abschnitten „rückläufig“.).

Die Verwendung des Wellenbegriffes bei Luftdruckgebilden in höheren Troposphärenschichten (Link zum DWD-Wetterlexikon, Begriff „Troposphäre“) kennzeichnet hier nur die Form des jeweiligen Troges: Ein Langwellentrog ist ein großräumiges zyklonales Strömungsmuster (meridionale Luftströmungen), welches beim Luftmassenaustausch zwischen den polaren und den tropischen Breiten eine große Rolle spielt. Ein Kurzwellentrog ist ein relativ kleinräumiges zyklonales Strömungsmuster, welches sich mit der Höhenströmung verlagert und kurzzeitig intensive Wetterereignisse (im Sommer zumeist Schauer und Gewitter) auslöst.

Wellenstörung:

Deformation im Verlauf der Polarfront, die häufig zur Bildung eines eigenständigen Tiefs (Zyklogenese) mit Frontensystem führt (Frühstadium einer Polarfrontzyklone)

Zyklonal:

Das Wetter wird durch den Einfluss von Tiefdruckgebieten bestimmt, wobei die Isobaren eine typisch zyklonale Krümmung aufweisen, mit linksdrehender Wirbelrichtung auf der Nordhalbkugel (Gegenteil: antizyklonal).

Zyklogenese:

Verstärkung bzw. Entwicklung eines Tiefdruckgebietes (Gegenteil: Zyklolyse)

Quelle: DWD.de