Convective Outlook für Montag, 31.07.2017

Gültig von: 31.07.2017 12:00 MESZ bis 01.08.2017 09:00 MESZ

Herausgegeben am: 30.07.2017 20:00 MESZ

Forecaster: Philipp Joppe, Marcel Herber

 

Bitte weiteren Outlook beachten! Convective Outlook

 

 

Warnsituation:

 

Warnstufe 0 wurde ausgegeben auf Grund von Gewittern mit Sturmböen bis 90km/h und kleinkörnigen Hagel.

 

Warnstufe 1 wurde herausgegeben durch das Auftreten von Vereinzelten Gewittern mit Starkregen und Mengen bis zu 30 l/m² innerhalb kurzer Zeit, lokal schweren Sturmböen und Hagel mit Korngrößen von über 3cm kommen kann.

 

Warnstufe 1+ wurde ausgegeben, dass es bei einzelnen Zellen lokal zu Hagel mit Korngrößen von mehr als 5cm kommen kann.

 

Warnstufe 2 wurde herausgegeben auf Grund von Auftreten von Starkregen mit Mengen bis zu über 50l/m² binnen kurzer Zeit, sowie schweren Sturm- bis orkanartigen Böen von mehr als 120km/h. Außerdem kann das Auftreten von konvektiven Fallböen nicht ausgeschlossen werden.

 

Synoptische Übersicht:

Der Langwellentrog mit Zentrum über der britischen Insel zieht im Laufe des Tages weiter. Nach dessen Abzug nimmt die Höhenströmung zu und auf der Rückseite des entstehenden Keils setzt in den Abendstunden im Südwesten Deutschlands dynamische Hebung ein. Zuvor kann es vor allem im Schwarzwald und in der Schwäbischen Alb bereits durch orographische Hebung zur Bildung von Gewittern mit Unwetterpotential kommen.

 

Diskussion:

In den Modellen werden für den Montag CAPE- Werte von 1000J/kg bis zu über 2000J/kg im Süden Deutschlands. Dabei sind die somit vorhanden stark labilen Luftmassen sehr feucht. Die PPW- Werte (niederschlagbares Wasser) liegen teilweise bei 30-40mm, wodurch es zu großen Regenmengen innerhalb kurzer Zeit kommen kann. Die Scherung mit der Höhe nimmt dabei im Laufe des Abends zu auf bis zu über 30m/s. Dies würde das Entstehen von Superzellen begünstigen. Außerdem kann es durch hochreichende Scherung zu großem Hagel mit Korngrößen von 3-5cm und lokal sogar mehr kommen kann.

 

Modellvarianz:

Die Modelle berechnen zwar alle unterschiedliche CAPE- Werte, sind sich aber insofern einig, dass sie alle labile bis stark labile Luftmassen berechnen. Nach aktuellen Stand der Dinge werden die Gewitter am Nachmittag hauptsächlich im Südwesten (Schwarzwald, Schwäbische Alb) durch Orographie entstehen und können bereits dann heftig ausfallen. Schwerpunkt der Unwetter wird die Nacht zum Dienstag sein, wenn sich ein Gewittertief mit seiner Warmfront von Frankreich her über Deutschland schiebt. Dabei ist das Auftreten von schweren Gewittern mit Unwetterpotential in einem Streifen vom Saarland über Rheinland- Pfalz, Hessen, Thüringen bis Sachsen/ Sachsen- Anhalt am wahrscheinlichsten.

Dabei besteht die Möglichkeit, dass diese Gewitter entlang einer Linie oder eines MCS mit eingelagerten Superzellen auftreten. Auf Grund der vorhandenen Unsicherheiten für den Sonntagnachmittag gilt zu beachten, dass es nicht zwingend zu Schwergewittern kommen muss! Es bleibt abzuwarten, was die Modellläufe von heute Abend berechnen und sagen. Lediglich die Bedingungen sind gegeben. Zudem gilt, dass es bei Weitem nicht jeden treffen wird, sondern die Gewitter mit Starkregen örtlich sehr begrenzt auftreten können. Die aktuellen Warnungen gibt es in der WarnWetter App des DWD.