Convective Outlook für Sonntag, 30.07.2017

 

Gültig von: 30.07.2017 12:00 MESZ bis 31.7.2017 00:00 MESZ

Herausgegeben am: 29.07.2017 23:30 MESZ

Forecaster: Philipp Joppe

 

Warnsituation:

 

Warnstufe 0 wurde ausgegeben auf Grund von Gewittern mit Sturmböen bis 90km/h und kleinkörnigen Hagel.

 

Warnstufe 1 wurde herausgegeben durch das Auftreten von Vereinzelten Gewittern mit Starkregen und Mengen bis zu 30 l/m² innerhalb kurzer Zeit, lokal schweren Sturmböen und Hagel mit Korngrößen von über 3cm kommen kann.

 

Synoptische Übersicht:

Im Laufe des Sonntags bewegt sich eine Kaltfront des Tiefdruckgebietes über der Nordsee ostwärts und legt sich über die Mitte Deutschlands. Damit liegt der Süden und Südosten noch im Einfluss von heißen Luftmassen. Die Luft ist zudem konvektiv instabil, sodass durch den Einfluss der Front die Scherung und somit die Dynamik auch in Form von Hebungsprozessen zunehmen. Dadurch kommt es besonders in den Nachmittags- und Abendstunden zu teils schweren Gewittern mit Unwetterpotential. Im Westen und Nordwesten Deutschlands bleibt es trotz Durchzug der Kaltfront relativ ruhig, da diese in den Nacht- und Morgenstunden durchzieht, wo nicht ausreichend Energie vorhanden ist.

 

Diskussion:

Die Modelle berechnen alle für den Nachmittag CAPE- Werte von 1000J/kg bis knapp über die 2000J/kg, was für teils stark labile Luftmassen spricht. Dazu kommen die hohen Feuchte- Werte, die sich in den PPW- Werten (niederschlagbares Wasser) wiederspiegeln. Diese steigen bis auf die 40mm an, was ein Indiz für möglichen Starkregen ist. Durch die zunehmende Scherung (teilweise bis zu 70km/h und mehr berechnet) kann es neben dem Starkregen auch zu größerem Hagel kommen.

 

Modellvarianz:

Die Modelle berechnen alle labile Luftmassen, wobei es die Varianz gibt zwischen labil und stark labil. Was das Auftreten von Gewitterlinien betrifft, gibt es ebenfalls große Unterschiede. Das ICON- Modell berechnet eher einzelne Gewitterzellen. Dagegen gibt es auch Modellläufe die eine Gewitterlinie über schwäbischen Alb gibt, die sich nordostwärts verlagert. Ganz vereinzelt werden sogar Superzellen berechnet, was aber abzuwarten bleibt, ob sich dies bestätigen wird.

Auf Grund der vorhandenen Unsicherheiten für den Sonntagnachmittag gilt zu beachten, dass es nicht zwingend zu Schwergewittern kommen muss! Es bleibt abzuwarten, was die Modellläufe von heute Abend berechnen und sagen. Lediglich die Bedingungen sind gegeben. Zudem gilt, dass es bei Weitem nicht jeden treffen wird, sondern die Gewitter mit Starkregen örtlich sehr begrenzt auftreten können. Die aktuellen Warnungen gibt es in der WarnWetter App des DWD.